Unsere Ziele
Gleich nach der Wende in Deutschland und der samtenen Revolution in der damaligen Tschechoslowakei gründete Dr. Walter Kotrba aus Erlangen, der die Liebe zu dem Land, aus dem er nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurde, nie aufgegeben hat, den Freundeskreis deutsch-tschechischer Verständigung. Zunächst schlossen sich ein paar Vertraute dem Kreis an, später wurden es mehr, und schließlich wurde der Kruh přátel česko-německého porozumění zu einer Vereinigung von Menschen, die unter dem Gebot der Toleranz die Versöhnung zwischen Deutschen und Tschechen befördern wollten. An spektakuläre Aktionen dachte dabei niemand; wir wollten quasi in einem Mikrokosmos zeigen, dass Deutsche und Tschechen problemlos zusammenarbeiten und einander freundschaftlich begegnen können. Abweichende Meinungen, die es natürlich gibt, werden mit gegenseitigem Respekt diskutiert, aber niemand will dem anderen seine Sicht der Dinge aufzwingen.Dieses Toleranzprinzip brachte den Freundeskreis insbesondere bei den Landsmannschaften in den (für uns allerdings schmeichelhaften) Ruf, tschechenfreundlich zu sein; die Landsmannschaften sehen das, in der alten Tradition der Sudetendeutschen Partei, natürlich anders. Dass wir hingegen keine Berührungsängste haben, mit anderen Vereinigungen, beispielsweise der Ackermann-Gemeinde, zu sprechen, beweist unter anderem die Tatsache, dass unser Mitglied Professor Plattig ohne ein Schizophrenie-Problem in beiden Vereinen tätig ist.
Wer unsere Zeitschrift INFORMATOR und nunmehr auch unsere website kennt, weiß einerseits, wie und was wir denken, und wie weit gespannt andererseits das Meinungsspektrum innerhalb unserer kleinen Vereinigung ist.
Einer der Höhepunkte unserer Arbeit war vor fünf Jahren die Realisierung der Idee, in Lidice einen Baum - eine Eiche - zum Gedenken an die Tragödie des Jahres 1942 zu pflanzen; 2007 kam eine Linde hinzu. Eine Gedenktafel verweist auf den Freundeskreis.
Dass wir 2007 in Lidice unser Goldenes Herz für Europa, das Dr. Kotrba für Menschen gestiftet hat, die in unserem Sinne für die Versöhnung der Menschen beider Länder eintreten, an Herrn Minister Gandalovič verleihen, der durch seine Gedenktafel in Ústí nad Labem genau das getan hat, soll als ein positives Symbol verstanden werden. Auch die früheren Preisträger - ich denke insbesondere an Herrn Professor Plattig, Dr. Erwin Aschenbrenner, Frau Dora Müller aus Brünn, an die frühere Bürgermeisterin von Weikelsdorf, Frau Vítková, aber auch an unseren Freund Günter Schreiber aus Oelsnitz, haben, jeder auf seine Weise, aktiv zu einem verbesserten Verhältnis zwischen Deutschen und Tschechen beigetragen. Dafür sind wir dankbar.
